"Das Hauptthema, die künstlerisch begabte und ambitionierte Frau, die zurücktritt, auf Selbstverwirklichung verzichtet und sie dem Mann opfert, ist nicht neu, Hürlimann aber führt dieses Thema meisterlich durch. Das gesellschaftliche Nebenthema, die opportunistische Haltung der Schweiz gegenüber Nazi-Deutschland und wie diese in die privaten Schicksale jüdischer, auch zum Katholizismus konvertierter Bürger eingreift, wird ohne Zorn, aber umso wirkungsvoller auf individueller Ebene abgehandelt. Setzt man dazu Hürlimanns sarkastischen Humor, ist spannende Unterhaltung das Resultat."
Bücherschau 01/07, Wolfgang Gauglhofer
"Hürlimanns Schreibstil, diese Mischung aus Seriosität, Ironie, Humor und überraschenden Wendungen, verwag garantiert auch Menschen zu faszinieren, die nicht drei Bücher pro Woche verschlingen."
Brigitt Züger, Linth-Zeitung, 8. März 2007
"Ein Meisterwerk!"
Obersee-Nachrichten, 1. März 2007
"Thomas Hürlimanns Roman Vierzig Rosen erzählt eine Liebesgeschichte, eine bittere - eine Lebensgeschichte vielmehr, mit großer Tragik im Kleinen. Es ist eine große Erzählung, die von großartigen Bilderun und deren Wiederkehr lebt. Hier stimmt jedes Wort, jede Vor- und Rückblende."
Dr. Tatjana Böhme-Mehner, Oberthüringische Zeitung, 24. Februar 2007
"Dass es Hürlimann gelungen ist, dieser Geschichte, die die seine ist in einem Roman von langem Atem zu erzählen und dabei die zärtlich-lakonische Form der Geschichten und Novellen zu bewahren, das ist eine grosse Leistung. Er war immer darauf aus, Schweres leicht aussehen zu lassen, einen Stil zu finden, der sich klug zurückhält, der schön ist. Das prägt auch den Roman."
Roland H. Wietgenstein, Die Berliner Literaturkritik, 22. Februar 2007
"Hürlimann hat wieder einmal die eigene Familiengeschichte als Hintergrund gewählt. Er hat die Perspektive noch einmal gewechselt und seine Mutter in den Handlungsmittelpunkt gerückt. Sein erzählerisches Herz schlägt für seine Mutter, die sich Aufopferungsvoll in ihre vom Ehemann vorgeschriebene Rolle gefügt hat. Sein erzählerisches Talent hat Hürlimann schon hinlänglich unter Beweis gestellt."
Peter Mohr, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 30. Januar 2007
"Alles andere als plakativ, vielmehr berührend einfühlsam und detailreich, teils wie fein gestickt, teils sarkastisch bis zur Groteske übermalt gerät Thomas Hürlimann dieses Frauenporträt aus dem Innenraum politischer Macht. Dem Sohn eines früheren Schweizer Bundespräsidenten stehen dafür nicht nur Insiderwissen und Empathie, sondern auch die Stilklaviatur des grossen, politisch weitblickenden Erzählers zu Diensten. Noch kaum je in seiner Prosa hat der Dramatiker Thomas Hürlimann so stark lenkend in den Erzählvorgang eingegriffen, hat Passagen gerafft, durch Brüche zusätzliche Spannung erzeugt und die Erzählzeit jenem Diktat der Beschleunigung unterworfen, wie es der Gehetztheit der Kabriofahrerin Marie auf ihrer von der Vergangenheit furienhaft verfolgten Erinnerungsfahrt entspricht. So gelingt es einem der scharfsichtigsten Epiker der Nachkriegsgeneration, in der Form eines Familienromans gleichsam die Kartografie des (nicht nur) gesellschaftlichen Innenlebens seit dem Zweiten Weltkrieg freizulegen."
Oliver vom Hove, Spectrum, 27. Januar 2007
"Thomas Hürlimann hat einen weit ausgreifenden Roman geschrieben, der prall voll ist mit wahrem Leben und märchenhaften Fantasien, der ein Panorama einer ganzen Epoche beherbergt und doch immer nah bei seinen charmant gezeichneten Protagonisten bleibt. Grossartiges Lesefutter."
Frank Dietschreit, Die Märkische, 20./21.Januar 2007
"In szenischer Verdichtung erzählt Thomas Hürlimann eine tiefe und traurige Geschichte von politischem Erfolg und familiärem Unglück, bei der aber - und das ist das eigentliche Wunder der Verwandlung - Humor und Ironie nicht auf der Strecke bleiben.
Michael Braun, Die politische Meinung, Monatsschrift der Konrad-Adenauer-Stiftung, Januar 2007
"Der grandiose Roman "Vierzig Rosen" (...): Vom sumpfigen Familiensitz in den Sumpf der Politik, so könnte man die Geschichte der Marie Katz auch zusammenfassen. Aber damit kämen all die schönen und aufschlussreichen Nebengeschichten in diesem wunderbaren Buch zu kurz."
Christine Diller, Merkur Online, 3. Januar 2007
"Ein grandioser Roman, der das Machtgefüge der Schweiz spiegelt, vom Schicksal der Juden erzählt und die Käseglocke über der so hübschen Bergwelt beschreibt."
Rheinische Post, 20. Dezember 2007
"Ein wunderbares, ernstes Buch, voller Melodie und Sprachkraft. Mit epischem Atem und tollen Beschleunigungen. Und mit einigem Witz."
Georg Linsenmann, Neue Rottweiler Zeitung, 15. Dezember 2006
"Diese sinfonische Kunst zu schreiben, in der sich die Adagio-Stellen ebenso ins Herz des Lesers schmeicheln wie sie ihn als hingetupfte Pizzicato-Passagen im Allegro atemlos berauschen."
Susanna Wiedamann, Mittelbayerische Zeitung, 8. Dezember 2006
"Die Geschichte von Maries Martyrium ist mindestens so nuancenreich wie die von ihr so geliebte Seide: Einfühlsame psychologische Studien und realsatirisches Polittheater finden Ausdruck in grossartiger Sprachkunst, die ein unheimliches Lesevergnügen bereitet."
Johanna Pfaff, Nürnberger Zeitung, 7. Dezember 2006
"Dieses sorgfältig gebaute Familien-Epos gleicht einem breit ausgelegten prächtigen Mosaik. Es spiegelt seine traurig-schöne Liebesgeschichte, steht für eine melancholische Tragik-Komödie - Verdrängungen, Verstörungen und Verletzungen als schwarzer Faden. Es offenbart Verfilzungen der politischen Kultur, erweist sich als sinnlicher Erinnerungs-Slalom und zugleich als Traktat über die verfliessende Zeit. An den Rändern funkeln Utopieansätze zum Selber-Weiterdenken."
Heinz Neidel, Nürnberger Zeitung, 6. Dezember 2006
"Das Buch lässt ein Frauenleben zwischen Wünschen und Pflichten entdecken, das viele, insbesondere Leserinnnen, an ihre eigene Geschichte erinnnern wird."
Liliane Studer, literaturkritik.de, 12. Dezember 2006
"Thomas Hürlimann hat einen grandiosen Roman über die destruktive Kraft der Liebe geschrieben, über das Gefängnis Familie und das unerbittliche Vergehen der Zeit. Das Grandioseste aber ist, wie er, indem er den Leser erschaudern macht, ihn zugleich auch tröstet durch das ewige Ticken der Uhren und den harmonischen Gleichklang der Geschichten vom Scheitern."
Evelyn Finger, Die Zeit, 30. November 2006
"Nach seinem fulminanten Fräulein Stark gelang dem Schweizer Autor mit Vierzig Rosen erneut ein sensationeller Erfolg. (...) Hürlimann, schafft, was nur selten gelingt. Die Fortsetzung eines Stoffes kann mit dem Vorhergehenden nicht nur mithalten, sie ist sogar eine Steigerung."
Volker Altwasser, Ostsee-Zeitung, 14. Oktober 2006
"Das Porträt einer starken, aber auch angepassten Frau, meisterhaft und facettenreich erzählt - so schön und vollendet wie ein Strauus von 40 Rosen."
Urs Wigger, Luzerner Woche, November 2006
"Er ist ein Meister der Beschreibung - ob Natur oder Geräusche, ob Menschen oder Gefühle - Thomas Hürlimann schildert alles mit einer unbeschrieblichen Leichtigkeit und ist dabei so zutreffend, dass man spontan ausrufen mächte: Ja, genau so ist es! (...) Dabei kreiert er fast nebenbei kleine, feine Geheimnisse und Rätsel, die erst nach und nach gelöst werden. Das ist einer der Aspekte, die der Erzählung Spannung verleihen. Ein weiterer sind die Menschen, die Hürlimann mit wenigen Worten so exakt zeichnet, dass man sie schon lange zu kennen glaubt. (...)
Ein leiser und stellenweise ironischer Familienroman aus dem bürgerlichen Milieu und das berührende Porträt einer Frau, die ihr Leben auf ihre Art meistert."
Nina-Anna Beckmann, Main-Echo
"Insbesondere nimmt dieser Roman gefangen durch seine Musikalität. Die Heldin ist eine begabte Pianistin, und der Autor stimmt eine Erzählmelodie an, die variiert und erhöht wird, deren Motive sich ab und zu selbständig machen, um schliesslich zurückzukehren zu dem, was man die Lebensmelodie nennen kann. (...)
Dass jeder Mensch über eine solche Melodie verfügt, lernt man in diesem Roman, der - wenn man ihn jenseits der melancholisch-heiteren Inhaltsebene liest - in seinem Verzicht auf Chronologie und eine gleichberechtigte Gewichtung der Figuren vor allem vom Strom der Erinnernung handelt und getragen wird von einer fein gestimmten, einnehmenden Tonlage."
Manuela Reichart, Literaturen, November 2006
"Im neuen Roman spielt Thomas Hürlimann abermals virtuos mit autobiografischen Zeichen und Motiven und variiert sie derart subtil, dass Differenzen zu früheren Büchern manifest werden. Hürlimann strebt keine eindeutige Wahrheit an, sondern spielt Möglichkeiten durch, in deren innerstem Kern die wirkliche Wahrheit verborgen liegt. Dabei erweist er sich als gewohnt brillanter Stilist, der sein stupendes Gefühl für Leitmotive, Komposition und Stil unter Beweis stellt. Vierzig Rosen ist das graziöse Gegenstück zum brisanten Kater-Roman, ein faszinierendes literarisches Porträt seienr Mutter."
dasKulturmagazin
"Thomas Hürlimann erzählt die Geschichte der Familie Katz ungemein souverän, manchmal in groben Zügen, dann wieder eindringlich sich auf die inneren Konflikte der Marie konzentrierend. (…) Er arbeitet mit Brüchen, Auslassungern, eingestreuten Dialogen, Andeutungen, Rituellem, Repetitionen, perfekt platziert, nach Minimal-Art."
Rea Brändle, WOZ
"Sanft flicht Hürlimann auch zeitgeschichtliche Begleitumstände in die Lebensschilderung ein, ohne sie dabei ideologisch oder historisch zu übermöblieren. Seinem inzwischen gefestigten Stil bleibt der Schweizer Autor treu: Üppig und detailliert beschreibend (...) rückt er den Protagonisten zuleibe und erzeugt verdichtete Atmosphären. (...) Hürlimann präsentiert ein Buch, das sein ganzes bisheriges literarisches Oeuvre einmal mehr gleichzeitig identifiziert, verkörpert und weiterspinnt: «Vierzig Rosen» ist gewoben aus fiktionalisierten biographischen Versatzstücken, einem fein gestellten schriftstellerischen Gewissen für die gute Story und einer gewissenhaften Sprachensensibilität."
Fabian Saner, Oltner Tagblatt
"Die schiere Fülle dieses erneuten Versenkens in jüdisch-katholische Lebenswelten ist nahezu umwerfend. Der Autor hat nicht nur einen Schlüsselroman über seine Eltern geschrieben, sondern mit dem Blick auf religiöse Prägungen und Realisierungsmöglichkeiten von Lebensentwürfen in der Schweiz der 50er bis 70er Jahre Allgemeingültiges erschaffen."
Lübecker Nachrichten
"Thomas Hürlimanns Roman betreibt die Kunst der Halbwahrheiten."
Kristina Maidt-Zinke, Süddeutsche Zeitung
"Vierzig Rosen ist ein Buch über die Kompromisse, die einem das Leben abverlangt, über Schicksasschläge, aber auch über innere Stärke und eine klare Haltung: "Sie hielt durch. Sie hielt immer durch." (...) Hürlimanns Roman ist mehr als ein Charakterporträt einer Frau, er ist im wahrsten Sinne des Wortes verarbeitete Familiengeschichte."
Magdi Aboul-Kheir, Südwest Presse, Sonderveröffentlichung Literatur Herbst
"Mit leisem Humor und grosser psychologischer Sensibilität schildert Hürlimann die Lebensgeschichte der doppelten Marie, immer wieder gelingen ihm souverän auf der Grenze zwischen Komik und Tragik balancierende Szenen. (...) Hürlimann ist ein kluger Roman gelungen."
Christoph Jürgensen, Saarbrücker Zeitung
"Thomas Hürlimanns neuer Roman fasziniert mit sicherem Gespür für die schriftstellerische Inszenierung, verdichtet dieses Leben zwischen Traum und Wirklichkeit zu einer homogenen, schlüssigen Parabel."
Biel-Benkemer Dorf-Zytig
"Der Roman ist wunderbar leichtfüssig und sprachlich elegant in einem grossen Spannungsbogen mit feinem Sinn für die Komik mancher Situation erzählt. Hürlimann besitzt die Gabe, auch Traurigem und Deprimierendem einen Abglanz sublimer Heiterkeit zu geben."
Werner Schulze-Reimpell, Rheinischer Merkur
"Die Familiensaga ist der stärkste Teil des Buchs. Hier finden sich all jene Qualitäten, die die Prosa Schweizer Erzählers auszeichnen: eine kluge Dramaturgie, Glanz und Klarheit der Sprache, Dichte und Stimmung, Witz und Poesie."
Benjamin Jakob, Neues Deutschland, Beilage zur Frankfurter Buchmesse
"Sein bisher umfangreichstes, wagnisreichstes, aber auch fesselndstes Werk, das doch einen Höhepunkt darstellt. (...)
Wie Hürlimann die hitzköpfige und glühende, turbulente und zarte, explosive und innige Liebe und Ehe des ungleichen Paares schildert, das vieles Verbindet und alles trennt, ist grosse Kunst. Im Entwurf plastischer Szenen voll prallen Lebens zeigt sich die Erfahrung des Theaterautors, der beim Schreben visuell gesteuret wird, in den temporeichen Dialogen die gewiefte Technik des Dramatikers. (...) Das Porträt der jungen Frau, die sich über den steifnackigen, rhetorisch in Partei und Verbindugsanlässen geschulten Offizier Meier mokiert und sich seinem männlichen Charme doch nicht entziehen kann, gehört zu den Glanzstücken des Romans. Wie nie zuvor schildert Hürlimann das ambivalente Bild einer Frau, die in den Fesseln ihrer Herkunft gefangen bleibt, ihr vitales Erbe verleugnet, ihre Begabung als Pianistin der Karriere des Mannes opfert, auf die Realisierung eigener Träume verzichtet und sich mit offenen Augen in die Politikerbiografie ihre Mannes einfügt. Dabei spielt sie ihre Rolle als Gattin des zum Bundesrat Gekrönten perfekt wie kaum eine First Lady und mit echtem Engagement - und stirbt innerlich einen langsamen Tod."
Pia Reinacher, FAZ
"Ein sprachlich zartes Werk."
Britta Heidemann, Westdeutsche Allgemeine Zeitung
"Ein Roman über Heimweh und Vergänglichkeit, ein Buch voller Lebenswärme, leichtfüssig im Stil, heiter und doch nicht ohne Wehmut."
Sebastian Kleinschmidt anlässlich der Aufnahme von Thomas Hürlimann in die Akademie der Künste, September 2006
"Ironisch, melancholisch, verhalten komisch, traurig des Autors Ton, Distanz suchend zur schwierigen Realität. Erzählend wiederholt der Autor seine Motive des sich immer neu wiederholenden Alltags, in dem fast wie zufällig, unauffällig, manchmal nur angedeutet dargestellt wird, was Schreckliches passiert ist. Hürlimanns Sprache wirkt selbst wie ein Rosenspiel, sich auflehnend gegen das Furchtbare
der Geschichte und der unumkehrbar vergehenden Zeit."
Johanna Walser, Südkurier
„Es ist die Erzählhaltung, die hier beeindruckt. (...) Hürlimann verfügt souverän über seinen Stoff. Die leise Ironie, selbst dort, wo Einiges auf dem Spiel steht, verbindet sich mit einem Humor, der der sich nicht im Witz, sondern in der Komik ausdrückt.“
Martin Lüdke, Frankfurter Rundschau
"Wieder ein echter, ein gnadenlos sezierender Thomas Hürlimann, der die opportunistische Gesellschaft in einem so putzmunteren Ton enttarnt, dass die Bosheit schmeckt wie gezuckertes Gift."
Gabriele von Armin, Deutschlandradio
"Schwungvoll erzähltes Zeitpanorama!"
Peter Zemla, Buchjournal Schweiz
"Vierzig Rosen setzt Thomas Hürlimanns Mutter ein schönes Denkmal. Der Autor erweist sich dabei von Neuem als souveräner Stilist, der sein Gefühl für Leitmotive, Komposition und Stil eindrücklich unter Beweis stellt. Vierzig Rosen ist das graziöse, anmutende Gegenstück zum Kater-Roman einerseits, andererseits die Forterzählung der katzschen Familiengeschichte aus Fräulien Stark."
Beat Mazenauer, Schaffhauser Nachrichten
"Hürlimann lässt den Schmutz, der unter der weissen Weste des Landes ist, sichtbar werden. Auch wenn das lange her ist, es ist nicht vorbei - darum geht es ihm: darum, dass eine Auseinandersetzung mit dem, was vor dreissig, vierzig, fünfzig, sechzig Jahren gewesen ist, immer noch nötig ist, weil es immer noch in der Welt ist."
Bücherpick, Herbst 2006
"Wieder ein echter, ein gnadenlos sezierender Thomas Hürlimann, der die opportunistische Gesellschaft in einem so putzmunteren Ton enttarnt, dass die Bosheit schmeckt wie gezuckertes Gift."
Gabriele von Armin, Deutschlandradio
"Das Buch – für sich allein gelesen – ist ein Genuss. Nicht zuletzt auch wegen der perfekten, präzisen, fantasievollen Sprache und der Liebe zu nur scheinbar unwichtigen Kleinigkeiten (...). Aber wenn man auch die zwei anderen Bücher gelesen hat, ist das neueste ein Hochgenuss.“
Sonja Kolb, Esslinger Zeitung
„Hürlimanns facettenreicher Roman, in dem die Eltern vor den Kindern sterben, ist mehr als nur das Menetekel einer aufgrund ihrer Selbstwidersprüche vom Zerfall erfassten bürgerlichen Gesellschaft. Über die soziale Mentalität weist er hinaus auf die Brüchigkeit der Mythologie der Moderne. (...) Schwerlich zu finden ist jemand, der eindringlicher zu erzählen versteht als Thomas Hürlimann (der mit diesem Romam weit mehr als die Summe seines bisherigen Werks vorlegt).“
Hans-Rüdiger Schwab, Schweizer Monatshefte
"Hürlimanns Kunst, in knappem Strich farbigste Szenerien zu zeichnen, die beiläufig ein halbes Leben miterzählen: Diese Kunst verleiht namentlich den frühen Erzähljahren, Maries Kindheit, die der wachsende Antisemitismus überschattet, ihr sattes Kolorit."
Peter Surber, St. Galler Tagblatt
"Thomas Hürlimann erzählt farbenreich und lebensvoll. Er lässt in der Katz'schen Familiengeschichte die Vergangenheit Gegenwart werden, zeigt in der Gegenwart, wie die Vergangenheit noch am Geschehen mitformt. (...) Der Roman ist eine leicht skurrile, stets aber gefühlsstarke, beeindruckend unsentimentale Liebesgeschichte, ein nuanciertes Porträt einer grossen Frau, die darauf verzichtet, die Hauptrolle zu spielen - und doch in allem die Protagonistin bleibt. (...)
Wie subtil Hürlimann mit der Wirklichkeit in diesem neuen Roman umgeht, wie er die Übergänge zwischen Erinnertem und Erfundenem, Üerliefertem und Erdachtem unmerklich fügt, wie er die Geschichte zum Fest des Erzählens und am Leben erhaltenden Erinnerns formt, das ist ausgereifte Kunst."
Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung
"Thomas Hürlimann kommt in feinen Anspielungen immer wieder auf Keller - wie auch auf Robert Walser - zurück. Mehrmals hat er sehr ansprechend eine Familiengeschichte mit der neueren Geschichte der Schweiz verbunden: derart hat er seine grandiosen Novellen Das Gartenhaus und Fräulein Stark gestaltet. (...)
In seinem Roman Vierzig Rosen erzählt nun Thomas Hürlimann neuerlich von der Familie Katz, zugleich von der Schweiz im 20. Jahrhundert, von bezeichnenden Lebenswegen und Zeit-Räumen. Und von Rosen, die hier wie da das Grossbürgerliche in einem Ritual verlogener Tüchtigleit dastehen."
Klaus Zeyringer, DER STANDARD
Die doppelte Marie
"In Rückblenden rollt Hürlimann die Lebensgeschichte der Marie Katz und diejenige ihrer Familie auf, erzählt im Gestus des Märchens, der Komödie und der Tragödie, schreibt mit einem traumwandlerischen Gespür für Rhythmus und Tempo und betört mit seiner Kunst der messerscharfen Dialoge, die hinter dem Schriftseller auch den Dramatiker aufblitzen lassen. In einer saftig barocken Sprache, die in ihrer Bildhaftigkeit einen ungeheuren Lesesog erzeugt und die längst Verstorbenen zu neuem Leben erweckt, bündelt Hürlimann die vielen Erzählstränge zu einem grossen Ganzen, zu einer Parabel auf Leben und Tod."
Sandra Leis, Der Bund
"Vierzig Rosen ist ein Eheroman, dessen Hauptsache der Geburtstag der Protagonistin ist, der 29. August - um diese Achse herum hat Hürlimann den Roman mit grossem architektonischen Geschick gebaut. Die Handlung erstreckt sich von 1926, Maries Geburtsjahr, bis in eine Zeit weit jenseits des 40. Geburtstages, auf den der Titel anspielt: Das Ritual unter den Ehelauten besagt, dass der 40. Geburtstag der endgültige Geburtstag einer Dame ist, also 40 Rosen und keine mehr. Man hat eben Stil, On a du style, das war eben das Motto der maman, Maries früh verstorbener Mutter - es wird bei jeder Gelegenheit engeflochten, und entwickelt einen sanft satirisch gefärbten Witz."
Martin Krumbholz, Bayerischer Rundfunk
Papas Liebling wird First Lady
"Reiche, vielschichtige Darstellung eines Frauenlebens voller unaufgelöster Widersprüche. Die Erzählmelodie changiert zwischen derbem Schalk und feiner Melancholie. Ein mal ergreifender, mal komischer Roman. Hinreissend."
David Werner, Der Blick
"Im Mittelpunkt steht Marie, Gattin eines aufstrebenden Politikers. (...) sie, eine geborene Katz, Tochter und Enkelin jüdischer Seidenhändler, Urenkelin eines galizischen Juden, der sich nach dreijähriger Wanderschaft mit seinem Koffer in der Zentralschweiz niedergelassen hatte, aber nie angekommen war? Marie Katz, die es als junges Mädchen
erleben musste, wie der Metzger hinter ihr ausspuckte, der Turnlehrer mit dem viereckigen Schnäuzchen ihr plötzlich schlechtere Noten gab, die ihrer Rasse wegen bei den Nonnen versteckt und wegen derselben Rasse auch dort, obwohl getauft, diskriminiert wurde.
Wenn ihr Mann nur ein Ziel kennt: nach oben zu kommen, dann hat Marie auch eines: endlich anzukommen. (...) Hürlimanns neuer Roman ist wieder ein ungemein sinnliches Buch. Der Leser bekommt Szenen zu sehen wie von einem Maler gemalt (inklusive der subtil gesetzten Lichtreflexe), er hört, riecht und schmeckt, als hätte er lauter Wahrnehmungs- verstärker genommen (die die Pharmaindustrie nicht zu entwickeln braucht, solange es Literatur wie diese gibt). Alles in diesem Buch lebt, bis hin zu den Statuen in der Klosterkirche, die sich mit Grausen abwenden, als Marie hinausgeworfen wird."
Martin Ebel, Tages-Anzeiger
Maries Doppelleben
"Vor ziemlich genau einem Vierteljahrhundert hat Thomas Hürlimann im Herbst 1981 die literarische Bühne betreten, mit einem fulminanten Doppeldébut: dem Theaterstück Grossvater und Halbbruder und dem heute fast klassischen Prosaband Die Tessinerin. (...) Nun hat er, 55-jährig, das bisher umfangreichste all seiner Bücher veröffentlicht, den Roman Vierzig Rosen, die alles krönende fiktive Geschichte seiner Mutter. (...) Marie Meier-Katz, aus deren Leben Thomas Hürlimann in 'Vierzig Rosen' erzählt, lebt nun ein Doppelleben im Zwiespalt zwischen ihrer künstlerischen Seite und ihrer bürgerlichen Unnahbarkeit. (...) Es hat etwas Unangemessenes, über diesen Roman in der stets etwas dürren Sprache der Deutung zu reden. Denn Thomas Hürlimann hat noch in keinem seiner Bücher so frei und so lebendig, so sinnlich und konkret geschrieben."
Andreas Isenschmid, NZZ am Sonntag