Der Sprung in den Papierkorb"Es sind echte Kleinodien, die Hürlimann hier darbietet. Er erweist sich als Meister der pointiert-witzigen Kurzprosa. Besonders gelungen sind die ironischen Texte. "Thomas Hürlimanns kleine Aufsätze, Reden und Kolumnen sind von erlesenem Raffinement. Hier versammelt der einstige Einsiedler Stiftsschüler ein paar der vergnüglichen Anekdoten und klugen Aperçus, der letzten Jahre." "Eine Anthologie der abseitigen Beobachtungen, die zum Kern von Hürlimanns Leben führen, aus einer durchaus subjektiven Sicht und mithilfe gelegentlich befremdlicher Randbemerkungen wundersam kommentiert und verzahnt. Die bisher verstreut publizierten Texte hat Hürlimann für diese Ausgabe nachwelttauglich überarbeitet." "Der Schweizer Autor erweist sich einmal mehr als brillianter Beobachter, der seine enorme Lebensweisheit beeindruckend zurückhaltend und uneitel in geschmeidig gewobene Sätze zu fassen vermag. Ganz egal, ob es sich um philosophische Gedanken oder persönliche Anekdoten handelt, ob er begeistert von Jean Paul erzählt, seine Leidenschaft für den Fußball auf den Leser überträgt oder sich an eine gescheiterte Liebesgeschichte erinnert: Allen seinen von Leichtigkeit getragenen Berichten "lauscht" der Leser schmunzelnd, ja geradezu entzückt und mit einem gewissen Neid auf eine solch faszinierende klarsichtige Denkkreativität. So spielt etwa die Treppe in allen hier versammelten Miniaturen eine bedeutende Rolle. Im letzten Aufsatz sinnt Hürlimann gar über ihren philosophischen Gehalt und zieht dabei ganz befremdlich anmutende, obgleich tiefenscharfe und amüsant-schonungslose Rückschlüsse auf die Welt." "Die leichtfüßig und geistreich geschriebene schmale Textsammlung erlaubt dem interessierten Leser einen Sprung Mitten ins wahre Leben, das ihm Glanzpunkte bescherte wie kaum einem anderen zeitgenössischen Schweizer Autor, das aber von Tiefpunkten nicht verschont blieb - wobei "wahr" sinngemäß relativ zu begreifen ist, "wahr" nämlich im Sinne einer literarischen Geschichte. "Diese Essays sind Sommernachtsträume in klarer, leichter, gleichsam sternschnuppenperlender Prosa." "Poetisch einfallsreich und vielgestaltig fließen die Gedanken aus der Feder, und man möchte gar nicht aufhören, dem Erzähler zu lauschen. "Hier schreibt ein kluger und charmanter Reaktionär. Einer, der die Hoffnung auf ein Darüber, eine metaphysische Sicherung noch nicht aufgegeben hat, einer, der den Glauben an eine Welt verteidigt, die sich nicht im Diesseits erschöpft." "Thomas Hürlimann zeigt sich in diesem Band mit Geschichten, Essays und Reden als meisterhafter Fabulierer:geistreich, witzig, pointiert, überraschend - eine Fundgrube für eine exklusive Zitatesammlung, deren Quelle der gewöhnliche Alltag ist." "Thomas Hürlimanns Papierkorb muss ein erstaunliches Behältnis sein, denn er findet wahre Schätze darin: kleine, funkelnde Geschichten, die vom Lesen und Schreiben erzählen, vom Theater und der pädagogischen Provinz; und der Leser erfährt darin viel über den Autor und sein Werk. "Schon immer mochte ich bei wirklich bedeutenden Autoren den Band mit den "Kleinen Schriften" ganz besonders. In diesen Seitenstücken kann man die Signatur, den Stil und damit den Rang eines Werks oft genauer und klarer erkennen als in den ach so berühmten Romanen, Gedichtzyklen oder Dramen. Thomas Hürlimann ist ein wirklich bedeutender Autor. Seine Signaturen und sein Stil sind so uneitel wie unwiderstehlich, seine Lebensklugheit ist so zurückhaltend wie enorm. In den kleinen Schriften aus der jüngsten Zeit verbirgt sich deshalb ein gar nicht so kleines Meisterwerk." "Dem Verlag und dem Autoren sei Dank, dass diese brillanten Texte vor dem Sprung in den Papierkorb in der Druckerpresse gelandet sind und dem Leser durchaus Vergnügen bereiten und Bedenkmöglichkeiten bieten." "In Portraits wie Der mehrfache Fueter oder Vogel Oechslin ist Hürlimann der große Fabulierer und Menschenkenner: Grossartig!" "Ironisch, auch selbstironisch funkelt es aber an den unerwartetsten Stellen aus den Zeilen heraus, sodass sie Lektüre, auch die Wiederlektüre, ein ungetrübtes Vergnügen ist. "Ein allererster Dramatiker übrigens ist Thomas Hürlimann, seinen vielversprechenden Anfängen zum Trotz, doch nicht geworden, denn die fangen naturnotwendig mit S an (Sophokles, Shakespeare, Schiller, Strindberg, Strauss), aber immerhin ein exzellenter, vielfach (und nicht nur durch Linealschläge) geadelter Prosaschriftsteller, der der akzidentellen Versuchung, in den Papierkorb zu springen, über all die Jahre mannhaft widerstanden hat. Den Musen sei Dank!" "Es gibt Schriftsteller auf deren Formulierungskunst man derart neidisch ist, dass man sein letztes Hemd geben würde, wenn man nur ihren Papierkorb unterm eigenen Namen veröffentlichen könnte. Kann man natürlich nicht. Insofern geben wir hiermit (in fortgesetztem Besitz des letzten Hemdes) zu, dass wir Thomas Hürlimann bewundern. Und nach diesem Band mit hauptsächlichen Nebensächlichkeiten, mit Erinnerungen, Geschichten, Reden, Essays noch mehr. Hürlimann erzählt, wie er zum Dichter geschlagen wurde, macht Lust auf Jean Paul und Botho Strauss, beobachtet Zürcher Theaterbesucher. Das hat Fleisch, das hat Duft und Leichtigkeit. Eleganter als dieser Schweizer Cristiano Ronaldo der Literatur bewegt sich kaum einer sonst auf engstem Raum." "Thomas Hürlimann ist ein Erzähler von hohen Graden. Das zeigt er in jedem seiner Aufsätze und Essays. Seine Gedanken entfaltet er, seine Ansichten begründet er stets mit Geschichten. Das macht die Lektüre seiner Gedankenprosa so leicht und unterhaltsam, seine Reden so lehrreich. Alles Graue vertreibt er aus seinen Theorien, denen nie die praktische Seite fehlt und die in überraschenden Kurzschlüssen farbig und geistreich aufblitzen. "Hürlimann mischt Ernst und Humor, hüpft als sprachlich brillianter Causeur leichtfüssig hin und her zwischen philosophischen Gedanken und persönlichen Anekdoten. Denn die Erinnerungen verfolgen ihn - jene an die guten Lehrer in der Stiftsschule Einsiedeln, an erste schriftstellerische Erfolge oder an eine scheiternde Liebesgeschichte in Berlin-Kreuzberg. Wer wollte da noch zweifeln an der Legitimität, den Stoff aus der Selbstbespiegelung zu beziehen." "Vom Auf und Ab der Treppe, von Golgatha bis Platon reichen die Beispiele, denen man mit Interesse nachsinnt. Poetisch einfallsreich und vielgestaltig fließen die Gedanken aus der Feder, und man möchte gar nicht aufhören, dem Erzähler zu lauschen. "Thomas Hürlimann ist nicht nur ein großer Erzählkünstler, sondern auch ein Meister der feinen Miniaturen. Eine Auswahl an meist skurrilen Kleinodien legt er nun vor, mit einem wesentlichen Merkmal: fast immer spielen Treppen eine wichtige Rolle. Hinsetzen und genießen." "Unten kriechen wir auf allen Vieren, die Treppe führt vom Dunkeln ins Helle, oben tanzen wir auf Zehenspitzen, heißt es in der Randnotiz zu einem von Hürlimanns Texten. Es sind tief- feinsinnige - und für den Leser höchst anregende - Notizen, Texte über Gedanken und Beobachtungen in der engeren Schweizer Heimat und in der Großstadt Berlin. Lesenswert!" "Was Thomas Hürlimann in Der Sprung in den Papierkorb an älteren und jüngeren, mehrheitlich bereits einmal veröffentlichen Texten versammelt, bietet eine Lektüre, die sowohl leicht und vergnüglich als auch tiefgründig und ernst ist." "Der "Sprung in den Papierkorb" verspricht "Geschichten, Gedanken und Notizen am Rand". In ihnen erweist sich der Erzähler und Dramatiker Hürlimann als ein wunderbarer Causeur, der die Welt und sich selber mit gelassener Ironie betrachtet. Sein Ton ist charmant und liebenswürdig."
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